Vegane Kleidung

Vegane Kleidung – bewusstes Einkaufen

Veganismus ist nicht nur auf die pflanzliche Ernährung bezogen, sondern gilt als bewusste Lebensphilosophie in zahlreichen Aspekten des Alltags. Im Sinne des Umwelt- und Artenschutzes und der allgemeinen Nachhaltigkeit, unter der die vegane Lebensweise steht, gilt es auch beim Kauf von Kleidung auf tierische Materialen zu verzichten, um den umweltschädlichen Konsequenzen der industriellen Tierhaltung entgegenzuwirken.

Tierische Materialen in Kleidungsstücken

Wolle vom Tier – lieber vegan kleiden

Das Wollmaterial für unsere Textilindustrie wird kaum von regionalen Schafzüchtern bezogen, da die Struktur des Materials von deutschen Schafen zu grob zur Weiterverarbeitung ist. Die Wolle wird daher in den meisten Fällen importiert, was durch die Abgase der Transportmittel eine große Umweltbelastung darstellt. Als vorrangiger Grund für den Wollverzicht steht aber der Tierschutz.

Die Schafe werden gezüchtet, um möglichst viel Wolle zu tragen und um folglich wirtschaftlich besonders gewinnbringend zu sein. Das gerade durch die Klimaerwärmung bei hohen Temperaturen viele Tiere daher an Hitzeschlägen sterben, ist vielen Verbrauchern beim Kauf nicht bewusst. Bei der Schur der Schafe im Frühjahr wird aufgrund von unvorsichtiger Arbeit, welche auf die höchste Effizienz ausgelegt ist, oft die Haut der Tiere verwundet. Vegane Kleidung wird ohne tierisches Wollmaterial produziert, sodass die Materialen im Zeichen des Tierschutzes stehen.

Daunen – passen nicht zu einer veganen Lebensweise

Federn und Daunen werden durch das Rupfen des Gefieders von Enten und Gänsen gewonnen und sind häufig Bestandteil von gefütterten Jacken und weiteren warmen Kleidungsstücken. Zum Glück gibt es hier auch schon Alternativen für vegane Winterjacken, die Fütterung ist dann natürlich eine andere als Daunen.

Auch Daunenbettwäsche ist im Rahmen der Textilindustrie in großem Maße an der Nutzung des tierischen Materials beteiligt. Obwohl das Rupfen der Tiere in Deutschland verboten ist, darf das sogenannte Raufen immer noch angewendet werden. Diese Methode soll im Sinne des natürlichen Federnwechsels weniger schmerzhaft sein, doch die Industrie zielt eher auf den Gewinn als das Wohl der Tiere ab, sodass dennoch Tieren die Federn entnommen werden, welche noch fest in der Haut verankert sind.

Leder – Haut von toten Tieren

Bei veganer Kleidung ist Leder häufig das bekannteste Material, worauf verzichtet werden sollte. Als Bestandteil von Gürteln, Schuhen, Taschen etc. wird die tierische Ressource häufig verwendet. Gewonnen wird es aus der chemischen Behandlung von Tierhaut, wobei zur Ledergewinnung unzählige Rinder geschlachtet werden.

Außerdem wird das Material häufig aus Billiglohnländern importiert, sodass der Lederkauf auch noch zur sozialen Ungerechtigkeit beiträgt. Für vegane Kleidung gibt es allerdings zahlreiche Alternativen, welche im Laufe des Textes genauer erläutert werden.

Pelz – Tierqualen ohne Ende

Für die Modeindustrie werden unzählige Tiere von Mardern über Kaninchen bis hin zu Füchsen und vielen mehr unter tierquälerischen Bedingungen gehäutet. In China als großer Pelzlieferant gibt es beispielsweise keine Strafen für Tiermisshandlung in der Pelzindustrie, sodass keine Rücksicht auf das Tierwohl genommen wird. Vegane Kleidung ist durch den Lederverzicht ein Lichtblick im Sinne des Tierschutzes, da die industrielle Tierhaltung dadurch nicht unterstützt wird.

Imprägnierung aus Bienenwachs

Nicht nur in der Kosmetikindustrie sondern auch bei Jeans und sonstigen wetterbeständigen Jacken und Kleidungsstücken lohnt sich ein genauerer Blick auf das Etikett. Um die Textilien wasserabweisend zu machen, wird häufig zum Wachs aus den Bienenwaben gegriffen, welche aus einer Massenhaltung der Tiere stammen und deren natürliche Lebensweise stören.

Alternative Ressourcen für vegane Kleidung

Tierleidfreie Materialien gibt es heutzutage glücklicherweise in großer Zahl, sodass die Entscheidung gegen Tierquälerei in der Modeindustrie erleichtert wird. Statt der Wollarten, welche von Schafen bezogen werden, genügt beispielsweise auch die Baumwolle für einen warmen Tragekomfort.

Viele Hersteller verzichten bei der Jeansproduktion mittlerweile auf die Lederelemente für die Präsentation der Markenlogos, welche auch einfach aufgedruckt werden können. Auch für die Lederschuhe bieten vegane Eco Hersteller Alternativen, welche beispielsweise aus Baumwolle und recyceltem Polyester gefertigt werden. Bambus, Hanf und Leinen sind außerdem für vegane Kleidung geeignet und stellen nur eine Auswahl von pflanzlichen Rohstoffen dar, welche in der Textilindustrie zu finden sind.

Bewusstes Einkaufen – vegan kleiden

Vegane Kleidung bezieht sich natürlich auf die primär genutzten Materialien aber auch bis in das Detail von Knöpfen und Kleber können leider tierische Materialien genutzt werden. Ein genauer Blick auf das Etikett kann hier Aufschluss über die genauen Textilien und Ressourcen geben, welche in die Herstellung des jeweiligen Kleidungsstückes eingeflossen sind. Auch wenn es noch kein einheitliches Siegel gibt, welches vegane Kleidung kennzeichnet, bieten gewisse Zertifizierungen wie das Peta-Approved-Logo oder das „V“ des Vegan-Logos eine Orientierungshilfe beim Kauf. Eine weitere Option ist die vorherige Recherche von konkreten Herstellern, welche sich auf eine nachhaltige Produktion und vegane Kleidung in all ihren Feinheiten spezialisieren.

Vegane Kleidung bietet in Zeiten von umweltschädlichem Massenkonsum einen Ausweg, der sich zudem für das Wohl der Tiere einsetzt, welche derzeit unter den grauenvollen Umständen der industriellen Tierhaltung leiden. Um Textilien tatsächlich als vegane Kleidung zu kategorisieren, wird auf jegliche tierische Materialien verzichtet. Das Leder an Jeans oder Schuhen, die Schafswolle oder die Daunen für die gefütterten Wintersachen können durch nachhaltige und pflanzliche Rohstoffe einfach ersetzt werden.

Vegane Kleidung greift dabei auf Baumwolle, Leinen, Viskose, Kunstleder und vieles mehr zurück. Durch engagierte vegane Hersteller werden somit echte Alternativen angeboten, die das Einkaufen erleichtern und im Sinne einer bewussten und veganen Lebensphilosophie konsumiert werden können.