Jod

Jod bei veganer Ernährung

Die meisten Menschen verschwenden kaum einen Gedanken an Jod und bringen es somit auch nicht mit veganer Ernährung in Verbindung. Jod wird sozusagen als „gesetzt“ gesehen. Dabei ist Jod für eine gesunde Schilddrüsenfunktion notwendig und damit sehr wichtig für den Menschen. Und öffnet man seinen Blick etwas, dann wird ersichtlich, dass Jodmangel ein ernsthaftes Problem der öffentlichen Gesundheit ist, weltweit gesehen zumindest. Jod-Mangel in der Schwangerschaft ist besonders schwerwiegend, da er die Gehirnentwicklung im Fötus beeinflussen kann. Der Verzehr von zu viel oder zu wenig Jod kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen, die als Kropf bezeichnet wird. Wenn die Jod-Zufuhr zu niedrig ist, verursacht sie eine Hypothyreose, was dann zu einem verlangsamten Stoffwechsel, einem erhöhten Cholesterinspiegel oder einer Gewichtszunahme führen kann. Zu viel Jod kann entweder eine Hypothyreose oder eine Hyperthyreose verursachen.

Jod in der westlichen Gesellschaft

In der westlichen Gesellschaft bekommen die meisten Menschen genug Jod, indem sie jodiertes Salz verwenden oder, wie immer noch viel zu viele Menschen, Fisch oder Milchprodukte essen. Milch und andere Milchprodukte sind zwar nicht von Haus aus unbedingt gute Quellen für Jod, aber es werden jodierte Lösungen verwendet, um die Zitzen und die Milchausrüstung der Kühe zu reinigen und dieses Jod wiederrum landet in der Milch selbst. Somit ist das Jod in der Milch keineswegs natürlich darin enthalten.

Jodgehalt in pflanzlichen Lebensmitteln

Der Jodgehalt der meisten pflanzlichen Lebensmittel ist unterschiedlich, da er vom Jodgehalt des Bodens abhängt. Lebensmittel, die näher am Meer angebaut werden, neigen dazu, einen höheren Jodgehalt zu haben. In einigen Teilen Europas, wo Salz nicht ausreichend jodiert wird und der Jodgehalt der Pflanzen schlecht ist, können Veganer, die keine Nahrungsergänzungsmittel verwenden, eine ungünstige Schilddrüsenfunktion entwickeln.

Natürliche Verbindungen, die als Goitrogene bekannt sind und in Sojabohnen, Leinsamen oder rohem Kreuzblütler vorkommen, wirken der Aktivität von Jod entgegen. Eine Ernährung mit hohem Goitrogen-Gehalt kann zu einer Hypothyreose führen, wenn die Ernährung zu jod-arm ist. Aber solange Ihre Ernährung ausreichend Jod enthält, gibt es keinen Grund, Sojalebensmittel oder andere Quellen von Goitrogenen zu meiden.

Jodbedarf decken bei veganer Ernährung

Die empfohlene Einnahme für Erwachsene beträgt 150 Mikrogramm pro Tag. Veganer können ausreichend Jod erhalten, wenn sie eine der folgenden Maßnahmen ergreifen:

  • Wenn Sie Ihren Lebensmittel und Speisen salzen, dann verwenden Sie lieber jodiertes Salz. Sie müssen jetzt aber nicht anfangen alle Ihre Gerichte zu salzen, nur um Jod zu sich zu nehmen.
  • Verzehr von Meeresgemüse wie Seetang, Nori, Dulse und Alaria sind gut für die Jod-Zzufuhr. Dies ist jedoch ein etwas schwieriger Weg, um Jod zu erhalten, da die enthaltenden Mengen sehr unterschiedlich sind.
  • Nehmen Sie eine leichte Jod-Ergänzung mit 75 bis 150 Mikrogramm Jod drei- bis viermal pro Woche. Wenn Sie ein veganes Multivitamin einnehmen, überprüfen Sie die Kennzeichnung, da es wahrscheinlich bereits Jod enthält. Die Verwendung eines Nahrungsergänzungsmittels ist eine gute Methode, um Jod zu bekommen, da es zuverlässig und harmlos ist. Übertreiben Sie es aber nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln, da man relativ wenig Jod braucht und es wichtig ist, auch nicht zu viel Jod zu sich zu nehmen.

Überprüfen Sie einfach den Jodgehalt Ihrer derzeit verwendeten Nahrungsmittel und machen sich ein Bild über Ihre Jod-Zufuhr. Mit einer vollwertigen und abwechslungsreichen veganen Kost sollten Sie den Jod-Bedarf in der Regel gut abdecken.